Ginsheimer Kantorei

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Hier finden Sie frühere Berichte über den Chor
und über Veranstaltungen im Rahmen der "Ginsheimer Kirchenmusiken"
(seit Erstellung der Homepage im Herbst 2000).

Aktuellere Berichte finden sich unter News


Kammerchor beim Mittelaltermarkt

Beim Mittelaltermarkt in Bad Münster-Ebernburg am 15. und 16. September 2001 sorgte der Kammerchor des ev. Kirchenchores Ginsheim für die musikalische Begleitung der Historischen Tanzgruppe Terpsichore aus Mainz/Bad Kreuznach. Mittelalterlich gewandet wurden zu Gesang und Instrumentalmusik des Chores - unterstützt von Ursula Guthmann mit der Gitarre - verschiedene Tänze der Renaissance dargeboten. Zwischendurch ließen die "Ginsheimer Musikanten" noch einige Chorsätze aus dem 16. und 17. Jahrhundert erklingen. Nach dem Auftritt am Samstag reihte man sich dann in den Zug zum Turnierplatz am Naheufer ein, um dort als "mittelalterliches Volk" die Ritterspiele - ein großartig inszeniertes Schauspiel - anzusehen.

Jubiläumsständchen für die Frauenhilfe

Aus Anlass ihres 80-jährigen Jubiläums hatte die evangelische Frauenhilfe Ginsheim am Sonntag, den 26.08.2001 zu einem Festgottesdienst eingeladen. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst vom Kirchenchor und Kammerchor sowie dem Organisten der Gemeinde. Die Chorleitung hatte vertretungsweise Andreas Klopp übernommen.

Neben Chorsätzen zu bekannten Chorälen, als Wechselgesang mit der Festgemeinde, erklang eine Vertonung des 116. Psalms von Johannes Petzold (Satz: Dietrich Schuberth). Im Mittelpunkt des musikalischen Geschehens stand der "Gesang der Engel", einem von den Frauen des Kammerchores präzise und einfühlsam vorgetragen dreistimmigen Chorsatz von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Im Namen des Chores gratulierte Armin Rauch der ev. Frauenhilfe zum 80-jährigen Jubiläum. Dabei erinnerte er auch an das jahrelange Engagement der Frauenhilfe für die Kirchenmusik in der Gemeinde: die Frauen haben mit ihrem unermüdlichen Einsatz wesentlich zur Finanzierung früher notwendiger Orgelreparaturen und schließlich zum Orgelneubau beigetragen.

 

Volksliedersingen 2001

Beim traditionellen Volksliedersingen am Sonntag, den 19.08.2001 beteiligten sich Kammerchor und Gesamtchor des ev. Kirchenchores Ginsheim mit einem Medley "Zum Lobe der Musik". Neben zwei Kanons zum Mitsingen für das Publikum waren in dem von Peter Bender arrangierten Medley die unterschiedlichsten Stilrichtungen vertreten: von Johann Jeep (1582-1644) "Viele verachten die edle Musik" bis zu "Ich hab am Anzug viele Taschen" von Peter Kreuder (im Satz von Matthias Hermann). Instrumental ausgestaltet wurde das Medley von Katharina Belak (Flöte), Ingo Stoffel (Oboe) und Peter Bender (E-Piano).

Auch alle Chöre der Chorgemeinschaft Ginsheim nahmen an dem geselligen Singen teil. Zum Abschluss erfreute mit gewohnter Perfektion und einem abwechslungsreichen Programm der ev. Posaunenchor Ginsheim die Gäste, die den auf dem Platz neben der Kirche eingerichteten "Biergarten" bis zum letzten Platz füllten. Selbstverständlich hatten die Chöre auch für das leibliche Wohl wieder bestens gesorgt.

Kammerchor beim Fest der Historischen Tanzgruppe Ginsheim

Am Sonntag, den 10.06.2001, feierte die Historische Tanzgruppe Ginsheim ihren 5. Geburtstag. Bei dem bunten Fest auf dem Platz neben der evangelischen Kirche brachte auch der Kammerchor des ev. Kirchenchores Ginsheim in mittelalterlichen Kostümen ein Ständchen. Der Kleidung entsprechend erklangen vier- und fünfstimmige Chorsätze aus dem 16. und 17. Jahrhundert wie z.B. Tanzen und Springen und Nun fanget an ein guts Liedlein zu singen von Hans Leo Haßler, An hellen Tagen und fahren wir froh im Nachen von Giovanni Gastoldi oder die Pavane Belle qui tiens ma vie. Die Tanzgruppe Terpsichore aus Mainz/Bad Kreuznach, die ebenfalls mittelalterlich gewandet bei dem Fest mitwirkte, entschloss sich spontan, zur gesungenen Pavane zu tanzen. Dabei reihten sich auch die Mitglieder der Historischen Tanzgruppe Ginsheim mit ein, die zugunsten der hervorragenden Bewirtung ihrer Geburtstagsgäste auf einen eigenen Auftritt verzichtet haben.


Foto: Toni Reichmann

Minsk Brass Quintett

Das Brass-Quintett aus der belarussischen Hauptstadt Minsk bot in seinem Konzert an Christi Himmelfahrt wieder ein ungewöhnliches Spektrum von der Klassik bis zum Jazz mit Werken, die von den populären kanadischen, amerikanischen und deutschen Blechbläsern gespielt wurden bis zu prächtigen Kompositionen von Vitaly Volkov.
Auf Initiative des US-amerikanischen Kulturattachés Conrad Turner hatte das Ensemble am 4. Juli 1995 in der amerikanischen Botschaft seinen ersten Auftritt und seit dieser Zeit international beachtliche Erfolge erzielt. Seinem Dirigenten, Professor Vitaly Volkov (Trompete), Mitglied der internationalen Trompeter-Gilde gelang es, hervorragende Musiker aus Weißrussland im Quintett zu vereinen. Neben Volkov konzertierten Vladislav Davidovsky (Trompete), Albert Shustalik (Horn), Sergei Ulasko (Posaune) und Andrey Morozov (Tuba und Vocal). Nach dem ersten Konzert 1999 in der Ginsheimer Kirche bereicherte das Ensemble mit einem grandiosen musikalischen Leckerbissen auch in diesem Jahr das Ginsheimer Konzertgeschehen.

Adolf-Zander-Oktett Berlin

Am Mittwoch, den 25.04.2001, gastierte im Rahmen der "Ginsheimer Kirchenmusiken" das Männer-Vokal-Ensemble der Berliner Liedertafel unter der Leitung von Gerhard Rost in unserer Gemeinde. Das Oktett präsentierte Kompositionen aller Stilrichtungen und Epochen. Neben geistlichen Chorsätzen gab es deutsche und internationale Folklore mit Originaltexten in polnisch, finnisch, tschechisch, kroatisch, hebräisch und japanisch. Zum Abschluss erklang "Die launige Forelle", einige Variationen über das Schubert-Lied im Stile verschiedener großer Komponisten.

Amrumer Chortage

Drei Mitglieder des Ginsheimer Kirchenchores nahmen in der Woche nach Ostern - zusammen mit rund 40 Chorsänger/innen aus ganz Deutschland - an den dritten Amrumer Chortagen unter Leitung der Kantorin Anne-Christine Langenbach teil. Auf dem Programm standen geistliche und weltliche Werke osteuropäischer Komponisten. Täglich waren vier Stunden intensive Probearbeit angesagt. Das Ergebnis wurde in einem Konzert in der Wittdüner Kapelle präsentiert.
Der Insel-Bote der sh:z berichtete in seiner Ausgabe vom 25.04.2001 unter der Überschrift "Aus Fremden wird Chorgemeinschaft" u.a.:
"...Beeindruckend...ist neben der gesanglichen Perfektion das freundlich-herzliche Miteinander der an sich zusammengewürfelten Truppe, die sich innerhalb von wenigen Übungsstunden zu einer verlässlichen Chorgemeinschaft zusammenfügen ließ. Musik verbindet, so das Motto, und die nunmehr als trditionell angesetzten Amrumer Chortage liefern den Beweis."

Matthäuspassion von Heinrich Schütz

Im Rahmen der "Ginsheimer Kirchenmusiken 2001" gelangte in einem Musikgottesdienst am Sonntag Judika die "Historia des Leidens und Sterbens unseres Herren Jesu Christi nach dem Evangelisten Matheum" von Heinrich Schütz zur Aufführung.

Das beeindruckende Werk wurde aufgeführt von Guido Wolf (Tenor - Evangelist), Erhard Brunner (Bass - Jesus), Jürgen Rodeland (Orgel) und dem Evangelischen Kirchenchor Ginsheim mit Kammerchor als Favoritchor und Gesamtchor. Einige Mitglieder des Kammerchores (Andrea und Andreas Klopp, Christiane und Ingo Stoffel, Armin Rauch) übernahmen die übrigen Solostellen. Die Leitung hatte Peter Bender.

Zu Beginn des Musikgottesdienstes stimmte Jürgen Rodeland an der Oberlinger-Orgel mit Johann Sebastian Bachs "Präludium und Fuge f-Moll" einfühlsam auf das Passionsgeschehen ein.

In der Mainzer Allgemeinen Zeitung vom 03.04.2001 war zu lesen:

Matthäus-Passion als Predigt
Beeindruckender Musikgottesdienst / Original durch Choräle ergänzt
eg. GINSHEIM - Einfühlsam steigt der Organist in das Präludium ein. Stimmgewaltig entwickelt sich daraus die Fuge in f-Moll. Die Musik Johann Sebastian Bachs interpretiert Jürgen Rodeland in beeindruckender Weise. Es ist der Sonntag Judika. Für die Christen Anlass, sich an den Leidensweg Jesu, von dessen Gefangennahme bis zur Kreuzigung, zu erinnern. Die Passionszeit soll Raum bieten für innere Einkehr.

Kein kirchliches Konzert also war angesagt, vielmehr ein musikalischer Gottesdienst - das machten die einleitenden Worte Pfarrer Wilfried Ritz' deutlich. Wenn auch die folgende ,,Musikalische Predigt" so manchen als moderne Form der Liturgie erschienen sein mag, ganz das Gegenteil ist der Fall. Denn bereits aus dem 15. Jahrhundert gibt es Beispiele dafür, dass die Liturgie der Karwoche nicht nur feierlich vorgelesen, sondern auch gesungen wurde. Im 16.und 17. Jahrhundert entstand daraus ein Typus mit geteilter Vortragsweise in einstimmiger Rezitation des Evangelisten und mehrstimmigem Choralsatz. Dieser wurde wegen der kontrastierenden Stimmen- und Rollenzuweisungen, dann responsorale oder auch dramatische Passion genannt.
Der Stilrichtung seiner Zeit folgend, vertonte HeinrichSchütz 1666 den Text der Matthäuspassion. Dieses Werk des Meisters wurde nun in der Evangelischen Kirche Ginsheim als musikalische Predigt dargeboten, um so den Text des Matthäusevangeliums mit Hilfe der Musik zu interpretieren und zu vermitteln. Nach der Einstimmung durch die Orgelmusik füllte der Evangelische Kirchenchor Ginsheim mit Kammerchor und Gesamtchor unter

Leitung von Maestro Peter Bender den Altarraum.
Exponierte Positionen nahmen die Solisten ein: Vor dem Chor standen Erhard Brunner, der mit seiner Bassstimme den Part Jesu übernahm, sowie Guido Wolf, der als Tenor den ,,erzählenden" Evangelisten darstellte. Gesanglich rückhaltlos überzeugend, von beeindruckender Ausdruckskraft, stimmlich kraftvoll und dennoch filigran und nuanciert, und dabei textlich jederzeit klar verständlich - die Solisten und der Chor machten die gesungene Matthäuspassion zu einem beeindruckenden, kirchenmusikalischen Ereignis. Alle Rezitative des ,,Evangelisten" Wolf, des ,,Jesu" Brunner, aber auch der übrigen ,,redenden" Einzelpersonen, wie Magd, Pilatus, Judas, Petrus und anderen, die sich immer wieder aus dem Chor heraus profilierten, waren dabei in alter Choralnotation geschrieben. Somit fehlte es an instrumentaler Begleitung, da lediglich die Tonhöhen, aber kein Rhythmus notiert waren. Trotzdem spürte man, wie genau Schütz und damit natürlich die jeweiligen Solisten den Ausdruck und Charakter der dargestellten Personen trafen. Angst, Wut und Spott beispielsweise charakterisierte Schütz dem hingegen mit Hilfe der melodischen und rhythmischen Gestaltung.
Die vom Chor eindrucksvoll dargebrachte Polyphonie mit ihren

Stimmgeflechten verdeutlichte hingegen das ,,Durcheinanderschreien" der Volksmenge und das aufgeregte Diskutieren der Jünger und Hohenpriester. Abweichend von der überlieferten Partitur wurden bei dieser Aufführung an verschiedenen Handlungsschnitten Choräle eingefügt, die zur Reflexion und dem Nachdenken Gelegenheit geben sollten. Diese in der Zeit der Spätrenaissance und im Frühbarock komponierten Choralsätze, sowie der Eingangs- und Schlusschor wurden von der Orgel begleitet. Alles andere aber wurde ausschließlich ,,a cappella", also ohne jegliche Instrumentalbegleitung, gesungen.
Was bei aller künstlerischer Leistung nicht vergessen sein sollte: Es handelte sich um einen Gottesdienst, wenn auch der besonderen Art. Doch nach dem gemeinsamen Gebet, dem Vater unser und dem Segen, und nach einem gemeinsamen Lied, welches stimmgewaltig das Kirchenschiff erfüllte, erhielten sie alle, Solisten wie Chormitglieder, ihre weltliche Anerkennung. Lang andauender Applaus, Blumengebinde für die Solisten und Rosen für die Chormitglieder würdigten eine Leistung, die neidlos als außergewöhnlich anerkannt werden musste.

Jahresversammlung und Fastnachtsparty 2001

In der diesjährigen Jahresversammlung konnten wieder vier Mitglieder des Chores für 50- bzw. 40-jährige Mitgliedschaft geehrt werden: Annemarie Hübner, Irmgard Reinheimer, Gertrud Reinheimer und Wilma Volz. Bei Irmgard Reinheimer bedankte sich der Chor zudem für ihre langjährige Tätigkeit als Kassiererin: seit 25 Jahren sammelt sie den Chorbeitrag (z.Zt. 10,- DM im Jahr) ein und und besucht auch regelmäßig die inaktiven Mitglieder des Chores. Nach einem Rückblick auf die vielfältigen Aktivitäten des vergangenen Jahres wurde das diesjährigen Programm vorgestellt.

Über die anschließende Fastnachtsfeier berichtete die Mainzer Allgemeinen Zeitung In ihrer Ausgabe vom 6.2.2001:

Viel gesunge un geschwätzt -- Närrische Probe des evangelischen Kirchenchors
wan. GINSHEIM - Als Altrhein-Bänkelsänger vertonten Helga Schmidt und Erna Rauch den Jahresrückblick. Bei dem Zitat ,,ihr schwätzt zu viel, statt mitzusinge" konnte sich kaum ein Mitglied des evangelischen Kirchenchors ein Schmunzeln verkneifen. Denn dass es in den Singstunden nicht immer nur gesittet zugeht, davon kann Chorleiter Peter Bender wahrlich ein Lied singen. Schmidt und Rauch, die beiden weiblichen Bänkelsänger, machten aber auch kräftig Werbung für den Chor, der mit der Zeit geht. Die Strophe ,,surft ihr do drin, ei stellt euch nur vor, da find ihr die Homepage vom Chor" machte jeden, der die virtuelle Vorstellung der Ginsheimer Sänger noch nicht gesehen hatte, neugierig.
Beim närrischen Beisammensein zeigten die mutigsten der Anwesenden, dass sie nicht nur musikalisch begabt sind. So verriet selbst der gebürtige Norddeutsche Frank Rieckenberg, den es aus beruflichen Gründen in die Mainspitzgemeinden verschlug, seine lustige Ader. Mit seiner ,,Damenrede" stieß er zwar zunächst auf allgemeines Erstaunen, da die eingefleischten Fastnachter e-warteten, dass er sich als Frau verkleidet habe. Doch weit gefehlt. Rieckenberg erläuterte dem närrischen Auditorium die Eigenarten der Frauen, wobei - wie sollte es anders sein - vor allem die Herren im Saal auf ihre Kosten kamen. Dabei erntete er nicht nur bei der Feststellung ,,und ist die Tochter neunzehn Jahr, dann ist die Mutter 29, das ist das Eigenart'ge bei der Frau" zustimmendes Nicken.
Die neun Mitglieder des Kammerchors versetzten die närrische Runde in Spannung. Mit dem schauspielerisch umgesetzten ,,Kriminaltango" begeisterten sie nicht nur auf Grund ihres musikalischen Könnens. Als ,,Gesangsdelikatesse" bezeichnete Pfarrer Wilfried Ritz, der sich zu den Feiernden gesellte, zu Recht das Quartett ,,Taktlos". Gar nicht so taktlos führten Armin und Antje Rauch sowie Andreas und Andrea Klopp den gespannt lauschenden Chormitgliedern ,,ein Liedlein von einem lieblichen Tierlein" vor. Außerdem machten sie den Narhallesen mit einem typisch italienischen Lied Lust auf ferne Länder und andere Kulturen. Darüber hinaus rief das talentierte Quartett alle auf, sich zu berauschen, denn ,,die Prob' die man in einem Rausch verbracht, bedeutet Seligkeit und großes Glück".
In seiner Funktion als "Ginsheimer Ordnungshüter" verteilte Rauch auch unter seinen Sängerfreunden kräftig Knöllchen und weihte sie in so manches Geheimnis ein. So stand der Saal nicht nur bei den Worten ,, so halt ich Ginsem schuldefrei und hab sogar mein Spaß debei" Kopf.

Peter Bender 40 Jahre Chorleiter 
des evangelischen Kirchenchors Ginsheim

In der ersten Chorprobe des neuen Jahres, am 10. Januar, durfte der Chor seinem Leiter Peter Bender zu einem ganz besonderen Jubiläum gratulieren: Peter Bender übt dieses Amt in Ginsheim nun schon seit 40 Jahren aus. Vorher war er schon sechs Jahre Leiter des evangelischen Kirchenchores in Bauschheim. Dort versah er bis zu seinem Amtsantritt in Ginsheim auch für viele Jahre den Organistendienst. In einer kleinen Ansprache würdigte Wolfgang Stoffel das umfangreiche Wirken des rührigen Musikpädagogen. Mit seinem Engagement, seiner liebenswürdigen Art, seinen großen musikalischen Fähigkeiten und seinem pädagogischen Feingefühl hat Peter Bender den Chor stets gefordert (aber nie überfordert) und zu einer verlässlichen Größe im kirchenmuikalischen und kultutrellen Leben der Gemeinde gemacht. Als Jubiläumsständchen erklang das Lied, das Peter Bender in seiner ersten Chorprobe, am 4. Januar 1961, dirigiert hat.

Im Gottesdienst am 4. Februar 2001 wurde Peter Bender "offiziell" zu seinem 40-jährigen Chorleiterjubiläum geehrt. Zu den Gratulanten gehörten u.a. Pfarrer Ritz, die Vorsitzende des Kirchenvorstandes Susanne Kühn-Benning, Karin Kirsch vom Landesverband evangelischer Kirchenchöre in Hessen und Nassau und Dekanatskantor Frank Bettenhausen. Selbstverständlich trug der Chor unter der Leitung seines langjährigen Dirigenten - zusammen mit Oboist Ingo Stoffel und dem Cellisten Markus Meyer-Benz - zur musikalischen Gestaltung des Gottesdienstes bei.

Und das war in der Mainzer Allgemeinen Zeitung vom 6.2.2001 zu lesen:

Immer den Ton angegeben -- Peter Bender leitet seit 40 Jahren den Kirchenchor
uli. GINSHEIM - Eingebettet in den Willkommensgottesdienst für Ginsheimer Neubürger wurde am Sonntagnachmittag Peter Bender für sein 40. Jubiläum als Leiter des Kirchenchors geehrt. Der Jubilar ließ es sich nicht nehmen, auch diesen Ehrentag zu einem Arbeitstag zu machen. Selbstverständlich leitete er den Chor, der die musikalischen Akzente des Gottesdienstes setzte.
Bender wurde 1926 in Ginsheim geboren. Den Wunsch nach einem Mathematik- oder Chemiestudium machte der 2. Weltkrieg zunichte. Beim Wehrdienst lernte er Kameraden kennen, die ihn für die Musik begeisterten. Vor allem an einen Virtuosen auf dem Klavier kann er sich bis heute lebhaft erinnern, der Bach ebenso mit Bravour spielte wie diverse Kaffeehaus-Schlager. Peter Bender kommt aus einem musikalischen Elternhaus. Sein Vater war ebenfalls Chorleiter und Organist. Eine Instrumentalausbildung auf dem Klavier war da fast schon eine Selbstverständlichkeit. Nach Entlassung aus Kriegsgefangenschaft begann Peter Bender ein Studium der Schulmusik an der Mainzer Universität und am Peter-Cornelius-Konservatorium. Nach Zwischenstationen in Rüsselsheim und Heppenheim wurde er Lehrer am Groß-Gerauer Prälat-Diehl-Gymnasium, wo er viele Schülergenerationen mit seiner Begeisterung für die Musik ansteckte.
Das gelang Bender auch immer mit seinen Chören. Bereits 1948 hatte er in Bauschheim einen Kirchenchor übernom-men. Seit 1945 im Ginsheimer evangelischen Kirchenchor im Bass- und Baritonfach, übernahm er am 1. Januar 1961 dieses Vokal-Ensemble, das bis dahin von seinem Vater geleitet wurde. Außerdem war er der weltlichen Musik zugeneigt und leitete 38 Jahre lang den Männerchor der Chorgemeinschaft. Zu seinen Verdiensten zählt daneben die Gründung des Kinder-Singkreises und des Kammerchores. Große Werke hat er in den Jahrzehnten seines Schaffens aufgeführt, doch war er immer bemüht, auch selten aufgeführte Kompositionen zu Gehör zu bringen.
Lang war die Liste der Gratulanten. Zuvorderst stand Pfarrer Wilfried Ritz, der Bender zum ,,Meister in der Menschenführung" machte, denn neben dem Proben der Chorliteratur sei für die Sänger das Gemeinschaftserlebnis von großer Wichtigkeit. Susanne Kühn-Benning gratulierte für den Kirchenvorstand und freute sich, dass Bender auch sie zum aktiven Singen gebracht habe. ,,Offensichtlich ist die Chorleitung für sie ein Jungbrunnen", freute sich Karin Kirsch vom Verband der Evangelischen Kirchenchöre angesichts der frischen Literatur, die Peter Bender für diesen Gottesdienst ausgesucht hatte. Hubert Benning überbrachte die Glückwünsche des Männerchores der Chorgemeinschaft.
Beim Sektempfang im Anschluss schloss sich Dekanatskantor Frank Bettenhausen der Gratulationscours an. Einen überraschenden Vorstoß unternahm der bekannte Ginsheimer Jazzer Sigi Nachtmann. Mit seiner Big-Band könne er sich durchaus ein gemeinsames Konzert mit dem evangelischen Kirchenchor vorstellen. Das wäre sicher eine spannende neue Aufgabe für den 74-jährigen Chorleiter Peter Bender.

Vokalensemble Minsk

Mit einem besonderen musikalischen Leckerbissen startete die Reihe der "Ginsheimer Kirchenmusiken" ins Jahr 2001: Akim Tyshko, Aliaksandr Dziumin, Andrei Piatrou, Viktar Makhnovich, Pavel Makarevich - fünf junge Gesangssolisten aus Minsk präsentierten in der evangelischen Kirche Ginsheim a-cappella-Musik der Spitzenklasse verschiedenster Stilrichtungen von Klassik bis Pop. Auf dem Programm standen geistliche und weltliche Lieder aus Russland, Deutschland und anderen Ländern. Das Ensemble beeindruckte mit höchster stimmlicher und harmonischer Perfektion. Das Publikum dankte den jungen Sängern - die ohne mehrere Zugaben nicht gehen durften - mit lang anhaltendem Beifall.

Die Mainzer Allgemeine Zeitung schrieb in Ihrer Ausgabe vom 05.02.2001:

Voll beeindruckender Harmonie -- Fünf junge Sänger aus Minsk erweisen sich als A-cappella-Virtuosen
GINSHEIM - Musikfreunde erlebten am Samstag in der evangelischen Kirche A-cappella-Gesang vom Feinsten. Fünf junge Sänger aus Minsk gastierten zum zweiten Mal in der Altrheingemeinde.
Von Tanja Böhler
Aufgeregt, etwas steif in der Haltung, im dunklen Anzug, mit Krawatte und mit auffallend jungen Gesichtern standen sie im Altarraum des Gotteshauses. Man hätte sie fast für Konfirmanden oder Abiturienten bei der Übergabe des Reifezeugnisses halten können, die fünf jungen Männer aus Weißrussland. Tatsächlich verbargen sich jedoch hinter den noch pausbackigen Gesichtern echte Profis der Gesangskunst, die mit ihrer A-cappella-Darbietung die Konzertbesucher im Nu begeisterten.
In gekonnter Harmonie, bewaffnet nur mit einer Stimmgabel, absolvierten sie ein beeindruckendes Programm. Ob Volkslieder aus der Heimat, Klassisches von Schuhmann oder Mendelssohn, Spirituals oder Stücke der Beatles: Allen Werken verliehen sie mit der Klarheit und Reinheit ihrer Stimmen ihre eigene Note. Dabei beeindruckte vor allem, mit welcher Leichtigkeit die fünf Studenten der Minsker Musikakademie das Genre wechselten und wie fein und minutiös genau ihre verschiedenen Stimmlagen und Stimmen miteinander im Einklang standen. Scheinbar spielerisch hangelten sie sich von melancholischen Liebesliedern zu temperamentvollen Volksliedern Osteuropas, sangen sie getragene Kirchenlieder genauso wie die von ihnen mit jazzigem Rhythmus versehenen Spirituals. Dabei verzogen sie fast keine Miene und waren stets hochkonzentriert. Lediglich hier und da strahlten sie sich kurz und verstohlen an, wenn die Zuhörer Bravo riefen und tosend applaudierten. Richtige Profis eben, die fünf Mitglieder des Ensembles, die seit ihrer Kindheit ihr Leben dem Gesang widmen.
Alle hatten zunächst das staatliche Musikgymnasium in Minsk besucht und als Mitglieder des dortigen Knabenchores schon zahlreiche Konzertreisen absolviert. Eine dieser Reisen führte sie vor fünf Jahren auf dem Rückweg von Italien auch in die rheinhessische Gemeinde Wörrstadt, die regelmäßig weißrussischen Kindern ein Ferienprogramm bietet. Dort wurden sie so herzlich bei Kantor Klaus-Günter Brand aufgenommen, dass sie seitdem privat immer wieder gekommen sind. Ihre Reisen finanzieren sie sich dabei ausschließlich durch die Spenden, die sie auf ihren Konzerten einnehmen. So wie im vergangenen Jahr als die fünf Weißrussen ihr Können in Ginsheim präsentierten. Sie waren den Ginsheimern auch diesmal wieder herzlich willkommen.

Laudate Dominum
Musikgottesdienst zum 2. Advent 2000

Im Rahmen der "Ginsheimer Kirchenmusiken 2000" gestaltete der Evangelische Kirchenchor Ginsheim unter der Leitung von Peter Bender zusammen mit Pfarrer Wilfried Ritz einen konzertanten Musikgottesdienst zum 2. Advent.

In seiner Begrüßung und in der Predigt führte Pfarrer Ritz aus, dass die Adventszeit heute oft gar nicht mehr in ihrer eigentlichen Bedeutung wahrgenommen wird. Die Vorfreude auf die Geburt Christi wird im Konsumrausch und durch Geschäftemacherei erstickt. Um sich aber auf Weihnachten vorbereiten zu können, ist es notwendig, sich von seinem Inneren her frei zu machen und den aufgestauten Ballast abzulegen. Nur so ist es möglich, Platz zu schaffen für die frohe Botschaft und das erhellende Licht, das von Jesu Geburt ausgeht. Die Musik könne wesentlich hierzu beitragen.

Den Auftakt des Gottesdienstes bildete von Dietrich Buxtehude (1637-1707) die Kantate für Solo-Sopran, Chor und Instrumente "Lobet Gott, ihr Christen alle" und von Paul Horn (geb.1922) die Adventskantate "Wie soll ich dich empfangen", bei der auch die Gemeinde zum mitsingen aufgefordert war. Anschließend erklang Wolfgang Amadeus Mozarts berühmtes "Laudate Dominum", gesungen von Brigitta Schlechta (Sopran) und dem Gesamtchor, begleitet von Monika Schulz und Julia Busch (Violine), Günter Schulz (Violoncello) und Jürgen Rodeland (Orgel). Im Wechsel mit der Gemeinde folgte der Choral "Macht hoch die Tür", eingeleitet vom Kammerchor mit einem an die Gregorianik erinnernden "Adventsruf" von Josef Michel (geb. 1928). Im Mittelpunkt des Musikgottesdienstes stand das Konzert für Oboe, Streichinstrumente und Orgel "Noel Allemand" des französischen Komponisten Michel Corette (1709-1795). Ingo Stoffel war der Solist des Konzertes, dem als Thema der Choral "Lobt Gott, Ihr Christen alle gleich" zu Grunde liegt. Es folgten - vom Gesamtchor a capella vorgetragen - von Johannes Brahms (1833-1897) "Der englische Gruß", ein Lied von Mariä Verkündigung, und von Manfred Schlenker (geb. 1926) "Gottes Lob wandert", eine moderne Textfassung des Magnificats. Der Kammerchor, begleitet von den Instrumenten, sang von Georg Philipp Telemann (1681-1767) die Motette für Chor und Instumente "Hosianna dem Sohne David" . Den Abschluss bildeten von Andreas Hammerschmidt (1612-1675) das Adventskonzert für Sopran, Chor und Instrumente "Freue dich, du Tochter Zion" und zwei Werke von Georg Friedrich Händel: "Denn die Herrlichkeit Gottes des Herrn" aus "Der Messias" und - gemeinsam mit der Gemeinde - "Tochter Zion, freue dich".

Mit lang anhaltendem Beifall bedankten sich die zahlreichen Gottesdienstbesucher/innen bei den Solisten und dem Chor. Besonderer Dank gilt Chorleiter Peter Bender, der das Programm zu diesem Adventssingen, das zweifellos einen besonderen Höhepunkt im Jahr des 80-jährigen Chorjubiläums bildete, zusammengestellt und einstudiert hat.

In der Mainzer Allgemeinen Zeitung vom 12.12.2000 war über den Musikgottesdienst zu lesen:

Musik als Bindeglied zwischen Gott und der Seele
Beeindruckender Gottesdienst in einer ,,Kathedrale" am Altrhein / Zwischen Besinnung und Kommerz
viv. GINSHEIM - ,,Die Berührung zwischen Gott und der Seele ist Musik". Man könnte meinen, Bettina von Arnim hat dem Musikgottesdienst der evangelischen Kirche gelauscht, als sie diese Äußerung von sich gab. Wunderschöne und besinnliche Musikstücke, dargeboten vom klangvollen evangelischen Kirchenchor, sowie von herausragenden Musikern und einer bezaubernden Sopran-Solistin machten den Musikgottesdienst zu einem wahren Erlebnis.
Schon das Eröffnungsstück ,,Lobet Gott, ihr Christen alle" von Dietrich Buxtehude versetzte die Gemeinde in andächtiges Schweigen. Nicht nur der Kirchenchor unter der Leitung von Peter Bender überzeugte durch seine beeindruckende Stimmgewalt, auch Brigitta Schlechta, Sopran-Solistin, sang sich gleich zu Anfang mit ihrer hervorragenden Darbietung in die Herzen der Gemeinde. Den instrumentalen Rahmen boten Monika Schulz und Julia Busch an der Violine, Günter Schulz am Violoncello sowie Jürgen Rodeland an der Orgel. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Pfarrer Wilfried Ritz wurde der Gemeinde ein Stück dargeboten, das die vorangegangene Aufforderung des Pfarrers, die Ohren und Herzen für die Botschaft der Musik zu öffnen, nun unausweichlich machte.
Den bezaubernden Klängen von ,,Laudate Dominum" von Wolfgang Amadeus Mozart konnte sich wahrlich keiner mehr verschließen. Das Solo von Brigitta Schlechta war stimmlich so präzise und kraftvoll, dass sie es allein mit ihrem Gesang schaffte, alle Aufmerksamkeit nur auf die wunderschöne Musik zu richten. Doch auch der Chor trug mit seiner harmonischklangvollen Stimmzusammensetzung dazu bei, die Gemüter der Gemeinde auf die Weihnachtszeit einzustimmen.
Nachdem sich diese besinnliche Stimmung in allen Ecken des Kirchensaals ausgebreitet hatte, überraschte der Pfarrer mit einer kritisierenden Predigt. Die heutige Adventszeit habe mit Besinnlichkeit nicht mehr viel zu tun, der Konsum und die Werbung für den Kauf von Geschenken seien in den Vordergrund getreten und nehmen die eigenlichten Weihnachten vorneweg. Dabei sei gerade diese Zeit doch dafür bestimmt, leer zu werden, damit man sich öffnen könne und Neues hereinlassen könne.
Als die Gemeinde bei der letzten Strophe von ,,Macht hoch die Tür" dem Gesang des Chors einstimmte, breitete sich der kraftvolle Klang der Stimmen im Kirchensaal mit soviel Wucht aus und wurde von den Wänden wieder zurückgeworfen, dass man fast meinte, man befände sich in einer großen Kathedrale.
Wer nach dieser beeindruckenden Darbietung keine Steigerung mehr erwartete, der wurde eines Besseren belehrt. Denn bei dem instrumentalen Konzertstück ,,Noel Allemand" von Michel Corrette stellten die Musiker ihr Können so hervorragend unter Beweis, dass man in der Gemeinde hier und da ein ungläubiges Kopfschütteln vernehmen konnte. Besonders ragte Ingo Stoffel an der Oboe heraus, der sein Instrument mit einer Leidenschaft bediente, die zum Träumen einlud. Mit ,,Denn die Herrlichkeit Gottes" und ,,Tochter Zion, freue Dich" von Georg Friedrich Händel waren am Ende des Gottesdienstes dann noch zwei wunderschöne Weihnachtslieder platziert, die diesem vorweihnachtlichen Gottesdienst einen perfekten Ausklang bescherten.

Chor und Orgel am Ewigkeitssonntag

Der Ewigkeitssonntag des Jahres 2000 war von der Kirchenmusik geprägt.

Der Gottesdienst wurde vom Kirchenchor und Kammerchor musikalisch ausgestaltet. U.a. erklangen von Max Reger zwei kleine Responsorien. Der Kammerchor sang von Joh. Rosenmüller die Kantate "Das ist das ewige Leben" und das Spiritual "The Wayfaring Stranger" im Satz von Franz Biebl.

Am Nachmittag gab Dekanatskantor Frank Bettenhausen ein Konzert auf der neuen Oberlinger-Orgel. Mit der "Suite du deuxième ton" von Louis-Nicolas Clérambault und der Partita über "Jesu meine Freude" von Johann Gottfried Walther stellte Bettenhausen beeindruckend die breite Klangfarbenpalette der Ginsheimer Orgel dar. Den zweiten Teil des Programms bildeten zwei bekannte Werke Johann Sebastian Bachs: "Wachet auf, ruft uns die Stimme" aus den Schübler-Chorälen (BWV 645) und die Passacaglia und Fuge c-moll (BWV 582). Als Zugabe ließ der Organist mit einem Stück von Piutti die Orgel schließlich noch einmal im Tutti erklingen. Frank Bettenhausen verzichtete dankenswerterweise auf ein Honorar. Der Erlös des Konzertes im Rahmen der "Ginsheimer Kirchenmusiken" dient zur Finanzierung der neuen Orgel.

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